Ganztagesschule – das Konzept

Mit Beginn des Schuljahres 2015/16 nimmt unsere Schule den rhythmisierten Ganztagesbetrieb in Wahlform auf. Hierzu bieten wir zwei Wahlformen an: 

1   Das Halbtagesprogramm,
das den regulären Unterricht nach der Kontingentstundentafel beinhaltet. Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende ist immer nach Stundenplan. Hierzu zählen auch der verbindliche Nachmittagsunterricht am Montag und Donnerstag, wobei an einem Nachmittag unser Wekstattunterricht stattfindet. Unser Halbtagesschulprogramm erfüllt selbstverständlich den gleichen Bildungs- und Erziehungsauftrag wie das Ganztageskonzept. Zusätzlich kann von Montag bis Freitag  eine kostenpflichtige flexible Frühbetreuung von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr dazu gebucht werden.

2   Das Ganztagesprogramm,
das eine kostenfreie Betreuung der Kinder an vier Tagen (Mo. bis Do.) von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr umfasst. Dazu gehören selbstverständlich ebenso alle Unterrichtsstunden der Kontingentstundentafel sowie die „Fordern und Fördern“ Stunden am Dienstag und Mittwoch, die die Hausaufgaben ersetzen und zusätzliche „Kreativzeiten“ beinhalten. Diese 2 Schulstunden werden von  Lehrkräften betreut. In den Zeiten zwischen Vormittagsband und Nachmittagsband finden das gemeinsame Mittagessen, freie Spiel- und Bewegungszeiten und für die Klassenstufen 3 und 4 wählbare Arbeitsgemeinschaften statt.
Für Eltern, die auf längere Betreuungszeiten angewiesen sind, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, von Montag bis Freitag flexibel eine städtische Zusatzbetreuung für Randzeiten zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr und 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu buchen. Freitags findet diese zusätzliche städtische Betreuung bis 17.00 Uhr statt. Diese Angebote sind kostenpflichtig.

 

Warum Ganztagesschule?

Ganztagsschulen leisten ihren Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Erziehung und Bildung. Die öffentliche Schule schuldet ihm jede zur Erfüllung dieses Rechts nötige Hilfe – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, wirtschaftlicher Lage und unter ausdrücklicher Berücksichtigung seiner besonderen Begabung. Kein Kind darf fallengelassen werden. Die Schule ist zu angemessener Förderung und Motivation auf allen Stufen und in allen Schularten verpflichtet.“  (Einführung in den Bildungsplan 2004, S. 10)

Bildungsgerechtigkeit besteht jedoch nicht nur darin, Basiskompetenzen abzusichern, sondern alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, ihre Begabungen und Interessen weiter auszubauen. Unsere Schule bietet deshalb ein breites inhaltliches Ergänzungsangebot. Insbesondere ein kulturelles, künstlerisches und zum Entdecken anregendes Angebot mindert die Entstehung oder Verstärkung sozialer Disparitäten. Zur Umsetzung dieses Anspruchs braucht die Schule Unterstützung und Partner. An unsere Schule sind deshalb nicht nur Lehrkräfte am Bildungs- und Erziehungsprozess beteiligt, sondern auch das pädagogische Personal der Stadt Ludwigsburg, Musiklehrer des Musikvereines Ossweil und der Jugendmusikschule, Studenten und Studentinnen der Pädagogischen Hochschule sowie engagierte Eltern.

Grundlage für die qualitative Weiterentwicklung unserer Grundschule zu einer  Ganztagsgrundschule in Wahlform ist unser pädagogisches Rahmenkonzept, das in einem ganzheitlichen Ansatz Unterricht und ergänzende Ganztagsangebote miteinander verzahnt. Der ganzheitliche Ansatz unserer Schule spiegelt sich nicht nur im pädagogischen Gesamtkonzept und den aufeinander abgestimmten Angeboten wieder, sondern auch in der Rhythmisierung des Ganztags: Fachunterricht, Erholung/Spiel, selbständiges Lernen/Arbeiten, Fördern und Fordern werden in eine kindgerechte Tagesplanung umgesetzt. Die täglichen Abläufe für die Ganztageskinder sind über den ganzen Zeitraum nach lernphysiologischen Gesichtspunkten strukturiert. Unsere Ganztages- und Halbtagesschüler sind in den einzelnen Klassen bewusst gemischt.

Unsere Ganztagsschule bietet vielfältige Möglichkeiten der Tagesgestaltung. Unterricht und offene Lernformen wechseln sich mit Erholung, Bewegung und Freizeit ab. Diese kindgerechte Rhythmisierung wirkt Überlastungen entgegen. Der Unterricht an unserer Schule  ist geprägt von differenzierten Lehr- und Lernarrangements und Phasen individuellen Lernens. Dabei ergeben sich individuelle Arbeitsmöglichkeiten, die Hausaufgaben ersetzen.  Durch die Intensivierung der sozialen Kontakte auch außerhalb der Lernsituation im Klassenunterricht bestehen weitere Beobachtungs- und Einwirkmöglichkeiten zur Stärkung der personalen und sozialen Kompetenzen. Der Ausbau dieser Kompetenzen ist nicht nur ein unverzichtbarer Beitrag zum allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrag, sondern dient konkret auch der Gewaltprävention und Resilienzförderung. Darüber hinaus werden positive Effekte zum Lernverhalten, zur Lerneinstellung erwartet und damit effektiveres Lernen und bessere Lernerfolge erreicht. Die pädagogischen Angebote während der Mittagszeit haben nicht nur die persönliche und soziale Entwicklung des einzelnen Kindes im Auge, sondern tragen insgesamt zu einem lernförderlichen Klima an der Schule bei.

Nach dem Mittagessen und der Möglichkeit zum Rennen, Klettern, Chillen, Toben in der Mittagspause treffen sich die Kinder in ihrer Gruppe zu angeleiteten Ruheangeboten. Hier sollen und können die Kinder lernen, welche Möglichkeiten es gibt, um „abzuschalten“, zur Ruhe zu kommen und sich zu sammeln. Hier haben Entspannungstechniken, Vorlesen, Malen und viel Fantasie ihren Platz. So sollen Grundsteine gelegt werden, um es mit der brodelnden Welt, die uns umgibt, aufnehmen zu können.

Die Ganztagesschule braucht für erfolgreiches Lernen Kontinuität. Deshalb gilt die Anmeldung jeweils für ein ganzes Jahr. Der Besuch ist von Mo bis Do von 8.00 bis 15.00 Uhr, am Freitag bis 11.30/12.30 Uhr (je nach Stundenplan) verbindlich. Somit schließen sich ergänzende Aktivitäten im Verein etc. außerhalb der Schulzeit zeitlich nicht aus.

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